Die Besessenen

Albert Camus nach dem Roman Die Dämonen von Fjodor Dostojewskij
Fiktiver Ausstattungsentwurf als Diplomprojekt im Fach Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Juli 2018.

Im Mittelpunkt des Stücks steht der Held Nikolai Stawrogin: ein demonstrativ gleichgültiger Charakter, der in seiner agnostisch-atheistischen Amoralität sein Umfeld in die Krise stürzt. Er repräsentiert damit die radikale Konsequenz des „westlichen Denkens“, das jegliche traditionelle Ethik in relativistischer Reflexion zersetzt. Diese Ideen erscheinen als gelb fluoreszierende kryptische Zeichen im schwarzen Hintergrund, ähnlich wie ein Programmiercode. In elliptischer Form drehen sich karminrot glänzende Stege von außen in den Raum, womit die kreisrunde Architektur des Globe-Theaters der Berliner Schaubühne aufgegriffen und genutzt wird. Das soziale Gefüge gerät zunehmend ins Ungleichgewicht, woraufhin die zentrale Plattform – Spielebene des gut bürgerlichen Salons – nach vorne und hinten zu wippen, sowie der Kronleuchter zu pendeln und herabzusinken beginnt. Das Kostüm erweitert die Materialkombinationen von Marmormustern, Holz und transparenten Spiegelflächen durch modische Opulenz und simuliert eine rein äußerliche, entkernte Scheinbedeutsamkeit.

Crashtest. Spekulationen über die Zukunft unter Anleitung der Jugend

Uraufführung April 2018, Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus 3

Regie: Tanja Krone
Ausstattung: Eva Lochner
Dramaturgie: Johanna Yassira Kluhs
Musik: Thomas Seher
Licht: Olivia Walter
Regieassistenz: Dzenny Samardzic
Ausstattungsassistenz: Magdalena Hornig

Mit: Linus Nicolai Binder, Erec Buschhoff, Pascal Dubost, Emilia El Alaoui, Emilia Josephine Filip, Liv Gerlach, Sonja Holz, Frida Ponizil, Luise Maria Purvaine, Friedrich „Fritz“ Runck, Lennart Sandner, Hans-Werner Sonntag, Arthur Leo Weinhold

Fotos: Sebastian Hoppe

Die Vernichtung

von Olga Bach

August 2017, Folkwang Theater Zentrum

Artist Diploma Regie: Alexander Olbrich
Bühne/Kostüm/Licht: Eva Lochner
Spieler*innen: Christian Freund, Nils Andre Brünnig, Denis Grafe, Elisa Reining

Drei Großstädter Mitte 20 versuchen ihrem privilegierten, orientierungslosen Dasein zu entkommen. Sie verlieren sich in Rauschzuständen, diskutieren über Politik, jedoch ohne andere Konsequenz als die einer allmählichen Selbstzerstörung. Die Sehnsucht, es möge endlich etwas „Richtiges“ geschehen, wächst mit jedem Tag.

Alexander Olbrich inszeniert „Die Vernichtung“ als groteskes Kammerspiel um hedonistische junge Menschen, die keine Werte mehr kennen.
(Anke Demirsoy, Pressemitteilung der Folkwang Universität der Künste, 1. September 2017)

Das Schloß

nach Franz Kafka

Juni 2017, bat-Studiotheater HfS Ernst Busch Berlin

Drittjahres Projekt-Regie: Rebekka David
Bühne: Eva Lohner
Kostüm: Jan Wilhelm Vahl
Video: Tanita Olbrich
Dramaturgie: Rouven Genz

Spieler*innen: Juliane Böttger, Maximilian Hildebrandt, Thimo Meitner, Joshua Jaco Seelenbinder, Mervan Ürkmez

Als der Protagonist K. die gelbe Drehscheibe betritt, dringt er in die Welt eines Dorfes ein, die bis ins kleinste Detail von einem Schloss kontrolliert wird, welches sich als entmenschtlichter Bürokratieapparat entpuppt. K. kämpft um seine Anerkennung als Landvermesser, um die Anerkennung als berechtigtes Mitglied einer Gemeinschaft, die außerhalb von ihm in ihrer eigenen Logik funktioniert und von sich selbst behauptet, keine Gäste nötig zu haben (diese frönen ihren eigenen Codes und bespielt dabei Objekte der klassizistischen Architektur aus dem 19. Jahrhundert wie z.B. Kamin und Balkon mit schmiedeeisernem Geländer). Immer tiefer verstrickt er sich in einem Dickicht der Abhängigkeiten auf der Suche nach einem Gegenüber, das ihm Rede und Antwort steht. Als K. die Live-Kamera als inszinatorisches Mittel des Dorfes übernimmt, muss er erkennen, dass die gefürchtete Anwesenheit eines abwesenden Gesetzes nur durch eine Behauptung existiert.

Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins, Landesverband Berlin. Anfertigung bei MWB Theater- und Veranstaltungs GmbH

 

Brave New Work

mit Texten des Ensembles

Juli 2017, Bundeswettbewerb deutschsprachiger Schauspielstudierender I April 2017, Deutsches Theater Berlin (Box) I Februar 2017 bat-Studiotheater der HfS Ernst Busch Berlin

Regie und Dramaturgie: Rebekka David, Bendix Fesefeldt
Bühnenbild: Eva Lochner
Kostüme: Leonie Falke und Laura Kirst
Musik: Yuka Otsuki und Matthias Erhard
Spieler*innen: Luise Aschenbrenner, Gro Swantje Kohlhof, Nicolas Lehni

„Ich meine, was bleibt mir denn, wenn meine Authentizität sich plötzlich nicht mehr authentisch anfühlt? Früher hätte ich wenigstens noch stolz darauf sein können, dass ich besonders gut fechten kann. Da gab’s wahrscheinlich ein Klassenbewusstsein zwischen Schauspielern, die gut fechten können. Aber das interessiert heute ja keinen mehr. Außer Leute, die gut fechtende Schauspieler sehen wollen und sich Hamlet auch noch ein drittes Mal ansehen.“
(Text aus dem Stück)

Ausgezeichnet beim 28. Schauspielschultre en in Stuttgart für den Trio-Preis: das Ensemble Luise Camilla Aschenbrenner, Gro Swantje Kohlhof und Nicolas Lehni der Produktion „Brave New Work“ der Universität der Künste Berlin

Die weite weite Sofalandschaft

nach einem Text von Malte Abraham und mit Texten vom Ensamble

Februar 2017 + Oktober 2016,  bat-Studiotheater der HfS Ernst Busch Berlin

Regie und Dramaturgie: Rebekka David und Bendix Fesefeldt
Bühnenbild | Video: Eva Lochner
Kostüme: Leonie Falke und Laura Kirst
Musik: Yuka Otsuki und Matthias Erhard
Spieler*innen: Luise Aschenbrenner, Gro Swantje Kohlhof, Nicolas Lehni

„Wenn das die Zukunft ist, dann wollen wir daran nicht teilnehmen.“

(Zitat aus dem Stück)
Drei junge SchauspielerInnen versuchen das Gefühl von Arbeit abzuschaffen, indem sie allerhand Toules und Strategien aus dem Bereich des Teamcoaching anwenden.

Einige Nachrichten an das All

von Wolfram Lotz

September 2015, bat-Studiotheater der HfS Ernst Busch Berlin

Regie: Rebekka David
Bühnenbild/Video: Eva Lochner
Kostüme: Philine Stich
Maske: Julia Styrie
Musik: Paquita Maria Etter und Benjamin Stein
Spieler*innen: Gro Swantje Kohlhof, Lola Klamroth, Benjamin Radjaipour, Oleg Tikhomirov, Mervan Ürkmez, Kaspar Weith

Lum und Purl Schweitzke, zwei Theater guren, wünschen sich ein Kind, was ihrem Dasein einen Sinn geben könnte. Doch für sie ist kein Kind vorgesehen und es scheint ihnen unmöglich den Lauf der Dinge zu beeinflussen. Derweilen senden verschieden Prominente aus Medien und Historie, die zum Teil schon gestorben sind, mittels einer Apparatur ihre Massage ins All – „damit man dort erfährt was uns Menschen bewegt“. Alle sind Protagonisten ihres eigenen Schmerzes und Scheiterns an den unerträglichen Regeln des Lebens – daran, dass man sterben muss und dass das All womöglich nur eine heillose Explosion ist.

Occupied Summer

von Berit Töpfer

Publikumspreis Mitteldeutsche Filmnacht beim 30. Filmfest Dresden – International Short Film Festival, April 2018, 25 Min., Drehort: Stellanello, Italien

 

Regie/Buch: Berit Toepfer, Kamera: Benjamin Raeder, Musik: Elise von Kalnassy
Szenen- und Kostümbild: Eva Lochner und Silvia Kreil
Produktion: Ma.ja.de. Filmproduktions
Spieler*innen: Ashtar Muallem, Harry Lampl, Ilja Roßbander

Arne begleitet seinen Freund Elias, um das Haus von dessen jüdischen Großvater in Ligurien herzurichten. Im Glauben, das Haus stünde seit zwanzig Jahren leer, treffen sie überraschend bei ihrer nächtlichen Ankunft auf die junge, sympatische Tänzerin Zahra, die seit drei Jahren das Haus besetzt und die „Touristen“ zu sich einlaäd. An den Folgetagen entwickelt sich der Konfikt zwischen der aus Palästina gefohenen „Hausbesetzerin“ und dem mit jüdischer Herkunft stammendem Deutschen, der auf sein Eigentum pocht. Als Elias Zahra auffordert das Haus zu verlassen, eskaliert der Streit und das Wohnzimmer steht in Flammen.

Stell dir vor, du gehst spazieren, du erreichst einen Platz. auf dem platz ist eine Gruppe von menschen . du siehst diese menschen und denkst, scheiße, es passiert gleich wieder.

Studierende der Hochschule für Musik und Hochschule für Büldende Künste Dresden

Uraufführung, Januar 2017, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden

Kooperation mit der Hochule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (Abteilung Gesang, Opernklasse und Moderne Komposition und verschiedene Instrumentalfächer)

Regie: Barbara Beyer
Bühnen- und Kostümbild: Klasse Barbara Ehnes, Wintersemester 16/17
Kostümverantwortliche: Eva Lochner (für 26 Solist*innen und Musiker*innen)

Als Basis für dieses Uraufführungsprojekts diente eine Veranstaltung, die 2015 unter dem Titel Inventar der Ohnmacht – am HAU in Berlin lief. Im Rahmen dieser Veranstaltung haben zahlreiche Menschen in Berlin und anderen europäischen Städten von einem Ohnmachtserlebs berichtet. Ideengeberin ist die Theatermacherin Edit Kaldor. Die Idee, Erfahrungen zu inventarisieren, ist in unserer digitalisierten Welt, in der Erfahrungen zu Informationen transformiert werden, ein Versuch, den komplexen Reichtum an sinnlichen, kognitiven, emotionalen und körperlichen Reizen wach zu halten.